Japan 2021: Wie und wann öffnet sich das Land wieder für Touristen?

Matthias Reich
Matthias Reich

Japan hat zahlreiche Fans dank seiner vielfältigen Kultur, Natur und kulinarischen Genüsse. Viele Menschen planten ihre erste Reise im Jahr 2020, doch diese Pläne wurden von der Corona-Pandemie durchkreuzt. Wann wird sich das Land wieder für Ausländer öffnen? Eine Prognose.

Abstandsregeln am japanischen Flughafen

Mehr als 30 Millionen Ausländer besuchten Japan im Jahr 2018 und 2019 – doch die Besucherzahlen brachen um mehr als 99% im Jahr 2020 ein. Die Pandemie hat auch Japan nicht verschont, wenngleich die Lage mit Europa oder den USA nicht vergleichbar ist, denn die Verbreitungsrate der Krankheit ist in Japan wesentlich geringer. Dafür sorgen unter anderem strenge Einreiseregeln – seit April dürfen Touristen nicht einreisen. Als Inselnation kann man das relativ leicht durchsetzen, doch auf Dauer hinterlässt das völlige Ausbleiben von mehr als 30 Millionen Besuchern seine Spuren. Dann wären da noch die Olympischen Spiele, die man nach jetzigem Stand der Dinge unbedingt im Sommer 2021 ausrichten möchte – mit Besuchern. Dementsprechend zirkulieren nun erste Pläne, erstellt von der Fremdenverkehrszentrale JNTO und der Regierung, wie man schrittweise wieder Besucher ins Land lassen kann.

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Wer darf einreisen?

Die Stichwörter für eine Rückkehr zum Fremdverkehr sind Salamitaktik und Streuung. Eine plötzliche, ungebremste Öffnung für alle Besucher wird es ganz sicher nicht geben – stattdessen wird man mit kleinen Kontingenten beginnen, wobei ganz genau auf die Lage in den jeweiligen Herkunftsländern geschaut wird. Denkbar ist zum Beispiel eine vorzeitige Öffnung für Touristen aus Australien, Neuseeland, Vietnam, Taiwan oder der Volksrepublik China – Ländern, in denen man die Pandemie halbwegs im Griff hat. Hier gab es bereits erste Lockerungen, wenn auch nur für Einreisende mit bestimmten Visatypen.

Öffnung mit Einschränkungen

Entweder wird man dieser Taktik zufolge das Land nur für Touristen aus bestimmten Ländern öffnen, oder man begrenzt die Zahl der Touristen an sich, doch das dürfte relativ schwer zu bewerkstelligen sein – schließlich kann man ja nicht einfach am Flughafen bestimmen, dass das Kontingent erreicht ist und jeder zusätzliche Besucher zurückzuweisen sei. Genauso schwer dürfte es sein, zu bestimmen, wie viele Einreisende ein Touristenvisum haben und wie viele ein anderes. Die einzige, halbwegs zuverlässige Methode eines begrenzten Zustroms von Besuchern wäre deshalb die offizielle Einführung einer Visapflicht. Diese ist für Touristen aus dutzenden Ländern, darunter der EU, quasi nur eine Formsache – man erhält ein Visum automatisch bei der Einreise. Mit einer Visapflicht würde man Besucher dazu zwingen, zuerst ein Visum bei einer japanischen Botschaft zu beantragen. Ist das Kontingent der ausgestellten Visa ausgeschöpft, könnte man so einen Überhang verhindern. Man darf jedoch davon ausgehen, dass die japanische Regierung diesen Weg vermeiden möchte, denn der bürokratische Aufwand wäre schlicht zu hoch.

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Mit “Streuung” möchte man verhindern, dass sich zu viele Touristengruppen am gleichen Ort aufhalten und durchmischen. Dazu müsste man geschickt planen, welche Gruppe wo übernachtet und speist. Gemeint ist mit Streuung allerdings auch, dass zum Beispiel nur bestimmte Busse genutzt werden dürfen – man würde also Busse oder Busgesellschaften festlegen, die ausschließlich für ausländische Touristen bestimmt sind. Dies ist zwar machbar, wird aber auch einigen Aufwand kosten.

Hochfliegende Pläne?

So schön diese Pläne auch sind – es sind einfach noch zu viele Unbekannte in der Gleichung. Kaum waren die ersten Pläne zu einer Öffnung für Touristen auf dem Tisch, stiegen die Zahlen der Neuinfektionen in Japan rasant an und sorgen nun für Überlegungen, erneut den Ausnahmezustand auszurufen. Letztendlich beschloss man Ende Dezember, das Land bis Ende Januar 2021 für alle Einreisende ohne Wohnsitz in Japan komplett zu schließen, aus Angst vor den in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten Mutationen des COVID-19 verursachenden Virus.

Die weitere große Unbekannte ist die Impfsituation. Noch ist unklar, wann sich die Impfungen bezahlt machen – im Ausland. In Japan sollen die Impfungen dabei frühestens Ende Februar beginnen, was wiederum bedeutet, dass es bis März kaum größere Bewegungen in der Einreisepolitik geben wird. Mit anderen Worten: Mit den Olympischen Spielen könnte es eng werden, und Touristen werden sich sehr wahrscheinlich bis zum Sommer, eventuell aber auch noch etwas länger, gedulden müssen.

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