Vom 7. Mai bis 10. September 2017 zeigt die Bundeskunstahlle in Bonn eine Ausstellung, die es in dieser Form in Deutschland noch nicht gegeben hat: Mit 300 Exponaten ist Comics! Mangas! Graphic Novels! die bisher umfangreichste ihrer Art.

Rein Wolf, Intendant der Bundeskunsthalle, bezeichnet Comics als “erste mediale Jugendkultur, die längst erwachsen geworden ist”. Die Ausstellung beschäftigt sich mit genau diesem Heranwachsen der Kunstform, die in verschiedenen Ländern und Entwicklungsstufen über ein einzelnes Genre hinausgewachsen ist.
In sechs Abteilungen widmet sich die Bundeskunsthalle der Entwicklung von Comics als Produkt der Unterhaltungsindustrie, das in den USA Anfang des 20. Jahrhunderts seinen Lauf nahm.

Von Comic-Strip-Unterhaltung zu Superhelden-Heftchen: Comic wird die “neunte Kunst”
Lange Zeit galt der Comic als eine minderwertige und banale Unterhaltungsform. Inzwischen hat er sich jedoch zu einer weltweit hoch geschätzten Kunstform entwickelt. 1971 nahm die französische Grand encyclopédie alphabétique Larousse den Comic gar als “neunte Kunst” auf (neben klassischen Künsten, wie Bildhauerei, und modernen Künsten, wie Fernsehen). Von politischer Satire über Superhelden-Abenteuer bis hin zu düsteren Horrorgeschichten, der Comic scheut vor keinem Genre zurück.


Die Bundeskunsthalle in Bonn zeigt ihren Besuchern die Kunstgeschichte des Comics – und mit dieser auch einen Teil der Kulturgeschichte der Länder, in denen sich die bebilderten Werke entwickelten.

Manga: Weltweites Phänomen der (Jugend-)Kultur
Den Begriff Manga hat der japanische Holzschnittkünstler Hokusai schon Mitte des 19. Jahrhunderts geprägt Doch die epischen Story Manga, wie wir sie heute kennen, erfreuen sich erst seit den 1930er Jahren an wachsender Beliebtheit und waren zunächst nur an Kinder gerichtet. Erst Tezuka Osamu, der “Gott der Mangas”, erreichte mit technologischen und philosophischen Themen schließlich auch eine ältere Leserschaft.

Spätestens seit den 1950er Jahren haben sich in Japan auch Manga für Erwachsene auf dem Markt etabliert. Das Genre Gekiga (“dramatische Bilder”) unterscheidet sich stilistisch und inhaltlich deutlich von shōnen manga für Jungen und shōjo manga für Mädchen.

Die Bundeskunsthalle widmet dem japanischen Manga einen eigenen Ausstellungsbereich, in dem Sie unter anderem einen Blick auf die Originalwerke von Manga-Pionier Tezuma werfen können.

Die Ankündigung zur Ausstellung “Comics! Mangas! Graphic Novels!” finden Sie auch hier im Veranstaltungskalender von JAPANDIGEST.











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