Erfolgsstrategien: B2C-Marketing in Japan

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Im B2C-Modell wenden sich Unternehmen mit ihren Produkten und Dienstleistungen direkt an die Konsumenten. An das japanische Konsumverhalten angepasste Strategien helfen deutschen Unternehmen auf dem japanischen Markt.

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B2C Marketing in Japan Schriftzug

Heutzutage ist es viel wichtiger, mit Werbung eine detaillierte Zielgruppe anzusprechen, als etwa breit gefächerte Fernsehwerbung dies tut. Die Berührungspunkte mit der Zielgruppe zu kennen, ist essenziell.

Auch eine Unternehmensphilosophie zur eigenen Marke ist unabdingbar: Durch die eigene Ideengeschichte können Firmen die Sympathie der Zielgruppe gewinnen. Ohne eine solche Philosophie fechten Produzenten den Wettkampf um den Kunden letztlich eher auf der Ebene des Preises und weniger um die Qualität der Waren aus.

In Deutschland wird ein Produkt tendenziell erst gekauft, nachdem man sich zuvor über dessen Beschaffenheit informiert und diese für gut befunden hat. Die Aufnahmebereitschaft für simple Werbeslogans wie „meistverkauft in Deutschland“ steigt.
Im Gegensatz dazu steht die Konsumgesellschaft Japans. Das Bedürfnis, viele verschiedene Dinge auszuprobieren, resultiert in einer hohen Kauflust und einer niedrigen Hemmschwelle vor dem Produkterwerb. Das Konsumverhalten ändert sich auch mit den Trends der Zeit. Diese können gezielt genutzt werden, um von einem breiten Publikum wahrgenommen zu werden. Auch ein großes Angebot an Farb- und Formvariationen kommt in Japan gut an – schließlich will man nicht genau das Gleiche haben, wie alle anderen.

Es gibt zahlreiche Beispiele erfolgreicher deutscher Unternehmen in Japan. Beliebte deutsche Autohersteller punkten mit der Bedienung von Trends, Funktionalität, Design und Detailreichtum. Auch deutsche Sportmarken erregen mit dem Einsatz von neuen Technologien und Designs Aufmerksamkeit bei den Konsumenten. Von Meisterhand gefertigte, detailorientierte Produkte treffen auf ein starkes Interesse in Japan, wo Kunsthandwerk hoch geschätzt wird. Besonders Dienstleistungen in den Bereichen Sport und Freizeit bieten deutschen Unternehmen in Japan viel Potenzial, deutsche Technologien einzusetzen und mit diesen zu werben.

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Auch die Art des Einkaufens verändert sich. Online-Shops bieten eine Fülle an Produkten an, die gegebenenfalls ohne große Umstände zurückgesandt werden können. Die Effizienz ist maßgebend und daher ist es umso wichtiger, das Konsumverhalten zu verstehen. Mit einer ansprechenden Unternehmensphilosophie und Adaption an neue Trends schaffen es Unternehmen, erfolgreich die Menschen zu erreichen.

Welche Faktoren machen Produkte in Japan attraktiv?

  • Funktionalität: Verwendet das Produkt neue, innovative Technologien?
  • Design: Ist das Design herausragend?
  • Feinheit: Wie detailgenau und einzigartig ist das Produkt verarbeitet?

Welche Werbemedien sprechen welche Zielgruppe an?

  • Jugendliche und junge Erwachsene (bis 30 Jahre): Soziale Netzwerke (Instagram)
  • Hausfrauen: Soziale Netzwerke (Facebook), Vorführungen
  • Angestellte: Soziale Netzwerke (Twitter)
  • Senioren: Fernsehen, Teleshopping

♦ Fernsehwerbung wird oft genutzt, um ein breites Publikum unterschiedlicher Generationen anzusprechen.

Welche deutschen Marken sind in Japan berühmt?

  • Mercedes-Benz
  • Volkswagen
  • adidas
  • ZWILLING
  • Braun
  • WMF
  • Brita
  • Lamy

Gesprächspartner Ren Masayuki:

Senior Global Accountant Director bei Hakuhodo Deutschland
[email protected]
http://hakuhodo.de

Ren ist im Frankfurter Büro von Hakuhodo Deutschland tätig und entwickelt B2C-Marktstrategien. Seit 15 Jahren ist er bei seiner Arbeit für zahlreiche europäische Projekte für japanische und internationale Firmen verantwortlich. Er ist unter anderem Experte für B2C und digitales Marketing im pan-europäischen und japanischen Raum.


Dieser Artikel wurde von Chihiro Kurihara für die Oktober 2018-Ausgabe des JAPANDIGEST verfasst und für die Veröffentlichung auf der Website nachbearbeitet.

 

 

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