saisen bako
Bei einem Schreinbesuch sind Geldspenden in Opferkästen üblich.

NEWS I Schrein in Tōkyō akzeptiert digitale Spenden

Sina Arauner

Atago Schrein testet digitale Spenden +++ Opfergabe mit Smartphone oder Chipkarte möglich +++ Benutzer und Personal rechnen mit wachsender Verbreitung digitaler Spenden

Der Atago-Schrein 愛宕神社 in Tōkyō hat am 4. Januar 2017 für seine Besucher einen besonderen Dienst ermöglicht: Geldspenden wurden in Form von elektronischem Geld (E-Geld) akzeptiert.

Bereits im Januar 2014 testete der Schrein einen Tag lang versuchsweise die Spendenannahme über eine Prepaid-Chipkarte des Online-Shops Rakuten. Auch dieses Jahr wurde das System erneut erprobt.

Neben dem Opferkasten für Bargeld-Spenden (saisen bako 賽銭箱) wurde ein Gerät angebracht, das die Spende via Smartphone oder Chipkarte ermöglicht. Die erfolgreiche Abbuchung wurde den Besuchern durch ein ertönendes Klingeln signalisiert. Der Betrag war von den Besuchern frei wählbar.

Diebstahl der Bargeld-Spenden und die sinkende Bereitschaft von Banken, Münzgeld anzunehmen, spielten eine Rolle bei der Entscheidung, digitales Geld zu akzeptieren, teilte Matsuoka Rie, Amtsträgerin am Atago-Schrein, japanischen Medien mit. Auch würde diese Art der Opfergabe Besuchern, die kein Bargeld mit sich trügen, die Spende erleichtern.

Dies bestätigten auch Besucher des Schreins. Naruse Koichiro, der das System am Atago-Schrein benutzte, würde im Alltag kaum Münzgeld verwenden. Elektronisches Geld sei für ihn dasselbe wie Bargeld, weshalb er mit einer Verbreitung des digitalen Zahlsystems rechne, so Naruse gegenüber japanischen Medien.

Eine Untersuchung der Bank of Japan aus dem Jahr 2016 ergab, dass die Anzahl der im Umlauf kursierenden 5 Yen Münzen, die oft als Opfergabe an Schreinen verwendet werden, seit 1999 um 14% gesunken sei. Bezahlung mit E-Geld, etwa mit der Chipkarte von Rakuten, sei ein Grund für den Rückgang der Münzen, berichtet die Japan Times.

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