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Mysteriöse Vulkanlandschaften und wundervolle Küstenreiche: Kirishima-Kinkōwan-Nationalpark Anzeige

JAPANDIGEST
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Die Ōsumi-Halbinsel im Osten, die Satsuma-Halbinsel im Westen, und dazwischen lebhafte Vulkane: Der Süden der Insel Kyūshū ist historisches Kernland, geprägt von einer vielfältigen Natur mit Vulkanen, die den Bewohnern viel Freude, aber manchmal auch durchaus Leid bescheren.

Blick auf den Karakuni-dake
Blick vom Kraterrand des 1.700 m hohen Karakuni-dake. Nur 3 km entfernt befindet sich der Shinmoe-take, ein sehr aktiver Nebenkrater. © Matthias Reich
Karte von Kyûshû

Süd-Kyūshū ist historisch und landschaftlich eine besondere Gegend. In dieser rauen aber schönen Region leben und kämpfen die Menschen seit jeher mit den Naturgewalten. Hier ist der Kirishima-Kinkōwan-Nationalpark angesiedelt. Ein Namensgeber des Parks ist der Kirishima, ein kleines Bergmassiv mit zahlreichen Vulkanen und dem im Winter oft schneebedeckten, 1.700 m hohen Karakuni-dake als höchstem Gipfel. Diesen zu besteigen dauert nicht einmal eine Stunde, wenn man am 1.200 m hoch liegenden Ebino-Plateau beginnt. Die Aussicht auf den aktiven Shinmoe-take sowie auf die Bucht von Kagoshima mit dem Vulkan Sakura-jima lohnt sich.

Um den Takachiho-mine im Kirishima-Massiv rankte sich einst ein besonderer Kult, weshalb man knapp unterhalb des Gipfels einen Schrein errichtete. Dieser wurde jedoch bei Vulkanausbrüchen zerstört. Der neue Kirishima-Schrein wurde wesentlich weiter unten am Fuße des Berges gebaut und ist viel prächtiger als seine Vorgänger. Vor allem im Frühjahr ist die Gegend wunderschön – vielerorts blühen Miyajima-Kirishima-Azaleen und an den Miike, den größten Kratersee der Region, grenzt ein Vogelschutzgebiet.

Auch der  1.117 m hohe Sakura-jima ist ein mystischer Ort. Man könnte ihn bei seinem Anblick fast für den italienischen Vulkan Vesuv halten – nur, dass an seinem Fuße nicht Neapel, sondern die 600.000-Einwohner-Metropole Kagoshima ihr Schicksal in die Hände der Natur legt. Der Vulkan nimmt die komplette, gleichnamige Halbinsel ein und ist einer der aktivsten der über 100 japanischen Vulkane. Der letzte große Ausbruch fand 1914 statt und verband die einstige Insel über eine Wasserstraße im Osten mit der Ōsumi-Halbinsel.

Kagoshima-Stadt mit Blick auf den aktiven Sakura-jima-Vulkan
Die 600.000-Einwohner-Stadt Kagoshima liegt nur 4 km entfernt vom aktiven Vulkan Sakura-jima, der seine Asche in der Gegend verteilt.

Die Anwohner haben sich an die Koexistenz mit dem Vulkan gewöhnt. Sicher, die Vulkanasche kann auch etwas lästig sein, aber der bezaubernde Anblick dieses Naturschauspiels zeigt sich jeden Tag mit einem anderen Gesicht. Sie erlaubtden Bauern auf der Halbinsel zudem den Anbau ganz besonderer Miniorangen und Riesenrettiche, mit 30 oder mehr kg Gewicht. Es war die Verehrung des Sakura-jima, die die Bewohner eines Dorfes am Fuße des Berges 1914 dazu bewog, ein fast vollständig von der Asche begrabenes Torii zwar erst aus-, danach aber wieder einzugraben und so zu präservieren. Man gab sich dem Willen des Berges hin und versetzte den heute als Kurokami Maibotsu Torii bekannten Bogen in seine Ausgangssituation.

Am südwestlichen Ende der Bucht von Kagoshima steht der Kaimon-dake, auch „Satsuma-Fuji” genannt, ein inaktiver und fast perfekt geformter Vulkan direkt am Meer. Am Fuß dieses über 900 m hohen, leuchtend grünen Kegels kann man sich in einem „Sunamushi-Onsen” in von der Untergrundwärme erhitzten Sand eingraben und so beim Rauschen der nahen Meereswellen seine Seele baumeln lassen. Dem Sandbad werden zahlreiche Heilkräfte nachgesagt – zumindest ist die Prozedur jedoch sehr entspannend. Mit dem heißen Dampf der Erdwärme kann man sogar Speisen zubereiten – die „Sume“-Küche kann im Unagi-Onsen nahe des Kaimon-dake unter der Anleitung lokaler Guides zubereitet und genossen werden. „Naturkost“ gewinnt so eine völlig andere Bedeutung.

Kaimon-dake
Mit Blick auf den Kaimon-dake direkt am Meer verabschiedeten sich im Zweiten Weltkrieg die Kamikaze-Einheiten von ihrer Heimat. © Matthias Reich

Auf der anderen Seite der Bucht, auf der Ōsumi-Halbinsel, liegt gut versteckt der Ogawa-Wasserfall, der ein türkisblaues Bassin und daraus wiederum einen Fluss mit klarem Wasser nährt. Und wer etwas Zeit mitbringt, kann sich von hier weiter Richtung Süden zum rund 40 km entfernten Kap Sata aufmachen. Dieses ist der südlichste Ort Kyūshūs, einer der vier japanischen Hauptinseln. Kurz vor Erreichen des Kaps wird man mit einem dramatischen Wechsel der Pflanzenwelt belohnt, die urplötzlich subtropische Züge annimmt. Das Mikroklima verdankt die Gegend dem warmen Kuroshio- Meeresstrom. Wegen des umständlichen Transports von der Satsuma- zur gegenüberliegenden Ōsumi-Halbinsel, empfiehlt sich die Überfahrt vom Hafen Yamakawa in Ibusuki mit der Fähre – diese braucht für die Überquerung der Bucht nur eine Stunde und bietet einen fantastischen Ausblick auf beide Halbinseln.

Der Kirishima-Kinkōwan-Nationalpark belohnt seine Besucher mit einer wundervollen Mischung aus Bergen und Küsten und ist auch kulinarisch eine Reise wert. Auch das ist Japan; aber ein Japan mit einem ganz eigenen Charakter.

Ogawa-Wasserfall
60 m breit, 46 m tief – der Ogawa-Wasserfall ist etwas ganz Besonderes und außergewöhnlich schön. Hier gilt absolutes Badeverbot. 60 m breit, 46 m tief – der Ogawa-Wasserfall ist etwas ganz Besonderes und außergewöhnlich schön. Hier gilt absolutes Badeverbot. © Matthias Reich
Kap Sata im Kirishima-Nationalpark
Die herrliche Küste des Kap Sata bietet eine subtropische Pflanzenwelt und, bei klarer Luft, eine Aussicht über Yakushima, Tanegashima und Iōjima. © Matthias Reich

Der 36.605 ha große Nationalpark besteht seit 1934 in den Präfekturen Kagoshima und Miyazaki. Vom Flughafen Kagoshima aus sind zahlreiche Ziele mit Bussen erreichbar, u.A. der Kirishima, der Kaimon-dake sowie die Ōsumi-Halbinsel.

www.env.go.jp/en/nature/nps/park/kirishima/
www.japan.travel/national-parks/parks/kirishima-kinkowan/

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