Dokumentarfilmerin Imamura Ayako: Barrieren überwinden, Lebensräume ausbauen

Sina Arauner
Sina Arauner

Schon zwei Mal hat Imamura Ayako bei dem Frankfurter Filmfestival „Nippon Connection“ den Publikumspreis gewonnen. Die Filme der von Geburt an gehörlosen Regisseurin bringen Hörende und Gehörlose zusammen. Im Gespräch mit JAPANDIGEST berichtet sie von ihren Filmen.

Stichwörter

imamura ayako

Es wird gesagt, dass infolge des Tōhoku-Erdbebens 2011 die Sterblichkeitsrate von Personen mit Behinderung zwei Mal so hoch war, wie die der Gesamtbevölkerung. Mir waren, so peinlich mir das jetzt ist, viele Probleme von Gehörlosen kaum bewusst. Dies änderte sich erst, als ich Ihren Film „11.3. – Ungehörter Alarm“ sah.

Der Grundgedanke hinter diesem Film war die Frage, wie wichtige Informationen möglichst vielen Menschen zur Verfügung gestellt werden können. Inzwischen scheint es mir aber unmöglich, alle Menschen mit einheitlichen Informationen zu erreichen. Bei der Katastrophe starben auch Hörende, weil die Tsunami-Warnung sie nicht erreichte. Es starben auch jene, die die Warnung hörten, aber aus Sorge um Familienangehörige in ihre Häuser zurückkehrten. Es gibt keine perfekte Kommunikationsmethode, die einheitliche Informationen zeitnah an Menschen unterschiedlichster Hintergründe, sei es nun wegen einer Behinderung oder einer Sprachbarriere, vermittelt. Die Bedürfnisse sind zu vielseitig.

Es gilt, jeden Tag die nachbarschaftlichen Beziehungen wertzuschätzen. Wenn Sie zum Beispiel wissen, wo in Ihrer Nachbarschaft jemand Blindes oder eine Person im Rollstuhl lebt, können Sie diesen Personen notwendige Informationen persönlich übermitteln. So wurde beim Erdbeben ein gehörloses Ehepaar von seinen Nachbarn gewarnt. Mit Händen und Füßen gaben sie den beiden zu verstehen, dass ein Tsunami käme und sie fliehen müssen. Das hat das Ehepaar gerettet.

Der Film „Start Line“ berichtet von Ihrer Fahrradtour durch Japan. Wie kamen Sie darauf, diesen Film zu verwirklichen?

Als meine Mutter starb, verlor ich auch meine ganze Lebenskraft und die Energie, Filme zu drehen. Einerseits, um den Blick nach vorne zu richten, aber auch, um mich als Regisseurin weiterzuentwickeln, entschied ich mich, meine eigene Art der Kommunikation bei der Fahrradreise unter die Lupe zu nehmen. Diese Gefühle wollte ich im Film zeigen.

imamura ayako

Was war das Ergebnis der Reise?

Während der Reise hatte ich das Gefühl, bestimmte Dinge aufgrund meiner Gehörlosigkeit einfach nicht zu schaffen. Ich merkte, dass ich mich selbst durch diesen Gedanken einschränkte und schnell aufgab. „Es ist Verschwendung, mich einzumauern und mir selbst meinen eigenen Lebensraum einzuschränken. Auch ich kann mit Selbstbewusstsein an der Startlinie stehen. Schon mit dem ersten Schritt überwinde ich die Mauer und es offenbart sich eine Welt, die mir zuvor unbekannt war.“ Diese Gedanken verinnerlichte ich.

Bitte erzählen Sie uns etwas über Ihr nächstes Projekt.

Derzeit mache ich Interviews für meine nächste DVD „An das 11-jährige Du – Liebe kommt in vielen Formen.“ Es geht um Gehörlose und Schwerhörige in der LGBT-Gemeinschaft. Ich möchte zeigen, dass die eigene Identität, Sexualität und Liebe viele Formen annehmen kann. Menschen zu lieben bedeutet, sich selbst zu kennen. Dafür gibt es nicht wirklich eine DVD-Kategorie. Die Gesellschaft scheint es also seltsam zu finden. Ich hatte Zweifel, ob das so in Ordnung ist. Immerhin ist es etwas ganz Wunderbares, in dieser weiten Welt eine Person zu finden, die man liebt. Dieses unersetzbare Gefühl möchte ich zeigen.

ADVERTISEMENT

Über Imamura Ayako

Imamura ist in Nagoya geboren. Während ihres Studiums hat sie an der California State Universität, Northridge, das Filmemachen und die amerikanische Gebärdensprache gelernt. Für die Produktion von Dokumentationen bereist sie nicht nur Japan, sondern auch die USA, Kanada, Südkorea, Myanmar und andere Länder.

„11.3. – Ungehörter Alarm“: Elf Tage nach dem Tōhoku-Erdbeben 2011 übersiedelte Imamura für über zwei Jahre in die Präfektur Miyagi, um diese Dokumentation zu drehen. Sie handelt von gehörlosen Menschen, die in der allgemeinen medialen Berichterstattung kaum erwähnt werden.

„Start Line“: Die Regisseurin berichtet emotional und berührend in täglichen Aufzeichnungen von ihrer 57-tägigen Fahrradtour vom Überwinden von Kommunikationsbarrieren. Es ist ein Film, der Mut macht und hilft, Unsicherheit zurückzulassen.

imamura ayako

Unsere japanischen Leser und alle Japanischlernenden finden hier die ungekürzte, japanische Originalfassung. ドイツ語の記事の下に、日本語の原文を記載しております。

ドイツ・フランクフルト日本映画専門映画祭(ニッポン・コネクション)観客賞に2回輝いた映画監督の今村彩子。生まれつき耳が聞こえない監督は、「聞こえない人のことを一般の人たちに知ってもらいたい」と20歳の時から、ろう難聴者の学校生活や家族、職場などのドキュメンタリー映画を撮り続け、これまで 27本の作品を制作した。今まで気が付かなかった問題を教えてくれる監督に、それぞれの作品について語ってもらった。

東日本大震災の際、障害者の死亡率は住民全体の約2倍であったといわれています。ろう者の抱えている問題は、恥ずかしながら今村監督の映画「架け橋 きこえなかった3.11*」を見るまで考えたことがありませんでした。

そもそもこの映画は「命にかかわる情報に格差があってはいけない」という気持ちで取材をしてきました。今は考えが違ってきて、格差は生まれてしまうのは仕方ないと思うようになりました。なぜなら聞こえる人達でも警報が届かないところにいたために亡くなってしまった人、また聞こえた人でも家族が心配になって家に戻って亡くなった人も大勢いらっしゃるからです。また情報という側面で考えると、目が見えない人、外国人など、立場が違えば違う問題があり、完璧な情報伝達手段はないと思います。

ではどうするべきなのかというと、日ごろからの近所付き合いを大切にすることだと思います。たとえば目の見えない人、車椅子の人が自分の家の周りにどこにいるのかを把握していれば、その人にあった方法で伝えることができます。実際の話ですが、地震が起きた時、2人ともろう者のご夫婦の元へ地元の人が身振り手振りで「津波が来るから逃げるように」と伝えに来てくれたので助かった例があります。

映画「Start Line」(スタートライン)は自転車に乗って日本を横断する様子を描いていますが、どの思いで製作したのですか?

母を亡くし、映画を撮りたいという気持ちも生きる気力も失ってしましました。そのとき前を見て生きていくために、また、監督として次のステージに進むために、自転車の旅を通して自分のコミュニケーションを見つめ直して、感じたことを映画で伝えようと思いました。

旅を通して得たことはなんでしょうか?

旅を通して感じたことは、「聞こえないからできない」というのは、自分の思い込みだ ったということ。その思い込みのせいで、やりたいことをあきらめたり、行動範囲を狭くしたりしていたことに気が付きました。「一度きりの人生で、自分で壁を作って行動範囲を狭くしてしまうのはとてももったいない。自分の思い込みということに気づけば、スタートラインに立ったことになる。そこから一歩を踏み出せば、その分、壁は小さくなっていく。

今後の取り組みについて教えてください。

現在は、DVD「11歳の君へ ~いろんなカタチの好き~」の制作で、ろう・難聴のLGBTの方々を取材しています。多様な自分と性、そして、恋愛の形があるということを多くの方に知ってもらうことを目標です。人を好きになることは、自分を知ること。DVDでは、カテゴリーにあてはまらないから変だとしてしまう今の社会に、それでいいのかな?と疑問を投げかけたいと思っています。そして、広い世界で、自分が好きと思える人に出会えたなら、それはとても素敵なこと、かけがえのないものだよということを伝えたいと思います。

今村彩子

名古屋出身。大学在籍中にカリフォルニア州立大学ノースリッジ校に留学し、映画制作・アメリカ手話を学ぶ。現在、名古屋学院大学・愛知学院大学で講師をする一方、ドキュメンタリー映画制作で国内だけにとどまらず、アメリカやカナダ、韓国、ミャンマーなど海外にも取材に行く。

架け橋 きこえなかった3.11: 津波警報が聞こえなかった― 命を守る情報に格差があってはならない。東日本大震災の11日後に宮城を訪れ、2年4か月かけて取材。一般のテレビや新聞で報道されなかった聞こえない人たちの現状を伝えるドキュメント。

Start Line(スタートライン): 生まれつき耳の聞こえない映画監督が、自転車で沖縄→北海道日本縦断の旅へ。コミュニケーションの壁にヘコみ、涙しながらも走り続ける57日間の記録。伴走カメラマン哲さんの叱咤激励、聴力を失った旅人ウィルとの出会い…ためらう人に観てほしい、一篇の勇気のおすそわけ。

Dieses Interview wurde von Mai Schmidt für die Januar-Ausgabe des JAPANDIGEST geführt und von Sina Arauner ins Deutsche übersetzt und für die Veröffentlichung im Magazin und auf der Webseite angepasst. 

Kommentare

ADVERTISEMENT