Kyōto: Meine 5 Lieblingsorte in Japans alter Kaiserstadt

Kerstin Drews
Kerstin Drews

Ein Besuch der alten Kaiserstadt Kyōto steht bei vielen Japanreisenden ganz oben auf der To-Do-Liste. Doch wo in Kyōto ist es am schönsten? Unsere Autorin stellt Ihnen ihre Lieblingsorte vor.

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Kiyomizudera
(c) Kerstin Drews

Unzählige buddhistische Tempel und Shintō-Schreine, Geishas, die durch mit traditionellen Holzhäusern gesäumte Straßen spazieren, prachtvolle Paläste und Gärten – Kyōto gilt als kulturelles und spirituelles Zentrum Japans. 17 Weltkulturerbestätten und zahlreiche Gelegenheiten, in die japanische Kultur einzutauchen, locken Besucher aus aller Welt in die alte Hauptstadt der Heian-Zeit (794-1185).

kiyomizu deraKyōtos Top Ten: 10 Orte, die Sie nicht verpassen dürfen!Über 1.000 Jahre lang war Kyōto Japans Hauptstadt. Die Region "Historisches Kyōto" umfasst 17 Weltkulturerbestätten, so den Kiyomizu-dera od...02.05.2017

Doch wer die Stadt mit dem Zug erreicht, wird überrascht sein: Kyōtos Bahnhof fasziniert mit seiner modernen Architektur und zeigt, dass die Metropole mit ihren etwa 1,5 Millionen Einwohnern noch eine andere Seite hat. Genau diese Vielseitigkeit macht Kyōto zu einem Ort, an den ich immer wieder gerne zurückkehre – ohne je das Gefühl zu haben, alles gesehen zu haben. Dennoch gibt es einige Plätze, die jedes Mal auf meiner Liste stehen.

1. Kiyomizudera: Spannender Tempelkomplex in idyllischer Lage

Nicht umsonst gehört der im Stadtteil Higashiyama, im Osten der Stadt, liegende Kiyomizudera 清水寺 zu den beliebtesten Tempeln Japans. Von seiner charakteristischen Holzterrasse aus, die in 13 Metern Höhe über einem Berghang errichtet wurde, hat man eine tolle Aussicht auf Kyōto und die umliegende Waldlandschaft.

Spannend sind hier außerdem der Liebesschrein Jishujinja sowie der Wasserfall Otowa. Es heißt, wer von dessen kristallklarem, reinem Wasser trinkt – dem der Tempel übrigens seinen Namen verdankt – könne sich über ein langes Leben, Gesundheit, Liebe und Erfolg freuen. Da lohnt sich das Warten in der Schlange definitiv. Auf dem Tempelgelände kann man übrigens Udon, frischen Tofu oder eine Teezeit mit Matcha genießen.

Holzterrasse am Kiyomizudera
Die berühmte Holzterrasse am Kiyomizudera (c) Kerstin Drews
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Blick auf den Wasserfall Otowa
Blick auf den Wasserfall Otowa

Auf dem Rückweg empfehle ich, ein wenig durch die umliegenden Straßen Kiyomizu-zaka, Ninen-zaka und Sannen-zaka zu spazieren. Sie sind nicht nur malerisch schön, sondern locken auch mit zahlreichen Restaurants und kleinen Läden. Tipp: Snacks mit Matcha gehören zu Kyōtos Spezialitäten und sind besonders zu empfehlen.

Gegend um den Kiyomizudera
Die Gegend um den Kiyomizudera ist besonders malerisch. (c) Kerstin Drews
Teigtasche mit Matcha
Süßigkeiten und Snacks mit Matcha gehören zu Kyōtos Spezialitäten. (c) Kerstin Drews

2. Gemütlich durch Gion spazieren

Ebenfalls im Osten Kyōtos, am Schrein Yasaka, befindet sich das alte Vergnügungsviertel Gion 祇園. Hier gibt es unzählige hölzerne Stadt- und Teehäuser (machiya und ochaya) aus der Edo-Zeit (1603-1868) zu bewundern. Außerdem ist die Gegend der perfekte Ort, um eventuell einer Geisha – beziehungsweise geiko, wie sie hier genannt wird – zu begegnen.

Meine Lieblingsorte in Gion sind die Straße Shimbashi-dōri, an deren Ende der kleine Schrein Tatsumi Daimyōjin liegt, sowie die dort angrenzende Shirakawa-minami-dōri, die entlang des Kanals Shirakawa führt. Mit den vielen Kirsch- und Weidenbäumen und den alten Häusern sind die kleinen Straßen besonders malerisch und laden zum entspannten Spaziergang ein. Tipp: Im Winter oder zu anderen Zeiten, in denen weniger Besucher kommen, kann es hier durchaus auch mal etwas ruhiger sein.

Der kleine Schrein Tatsumi Daimyōjin in Gion
Der kleine Schrein Tatsumi Daimyōjin in Gion (c) Kerstin Drews
Kanal Shirakawa in Gion
Entlang des Kanals Shirakawa ist es einfach wunderschön. (c) Kerstin Drews

3. Fushimi Inari Taisha: Wandern am Schrein des Fuchsgottes

Der Schrein Fushimi Inari Taisha 伏見稲荷大社 befindet sich etwas außerhalb, im Bezirk Fushimi. Er ist dem Shintō-Gott Inari geweiht, der nicht nur der Gott der Füchse ist, sondern auch für eine gute Ernte und im übertragenen Sinne für wirtschaftlichen Erfolg steht. Berühmt ist der Schrein für seine tausenden, orangefarbenen Torii. Sie bilden, eng aneinandergereiht, eine Wanderroute bis hin zur Spitze des Berges Inari. Der Weg ist zwar ganz schön anstrengend, ist die Mühe aber definitiv wert. Mit steigender Höhe nimmt die Besucherzahl ab und am Gipfel wird man mit einer fantastischen Aussicht auf Kyōto belohnt.

Zum Mittagessen gibt es in der Nähe des Schreins, passend zum Fuchsgott, Inarizushi und Kitsuneudon (kitsune bedeutet Fuchs). Keines Sorge: Es handelt sich dabei nicht um Fuchsfleisch, sondern um frittierten Tofu.

Fuchsstatue am Fushimi Inari Taisha
Am Fushimi Inari Taisha gibt es überall Füchse zu bestaunen. (c) Kerstin Drews
Der Fushimi Inari Taisha ist berühmt für seine unzähligen Torii. (c) Kerstin Drews

4. Snacken, einkaufen und staunen auf dem Nishiki Markt

Ganz in der Nähe der belebten Shoppingstraße Teramachi-dōri befindet sich der traditionsreiche und stets gut besuchte Nishiki Markt – genannt: „die Küche Kyōtos“. Entlang einer schmalen, fast 400 Meter langen Straße reihen sich unzählige Marktstände und kleine Läden, die alles rund ums Kochen und Essen anbieten: Geschirr und Messer, frische Meeresfrüchte, eingelegtes Gemüse, frischer Wasabi oder aber köstliche Kleinigkeiten zum sofortigen Verzehr. Also einfach staunen und genießen. Mein Tipp: Der Tee von Yamadashiya duftet und schmeckt einfach ausgezeichnet.

Nishiki Markt in Kyoto
Auf dem Nishiki Markt gibt es jede Menge leckerer Zutaten und Snacks. (c) Kerstin Drews

5. Kyōtos entspannte Atmosphäre am Fluss Kamo-gawa genießen

Am liebsten lasse ich meinen Tag in Kyōto am Kamo-gawa ausklingen. Der 31 km lange Fluss führt mitten durch die Stadt und ist der perfekte Ort für einen langen und entspannten Spaziergang. An warmen Abenden lässt es sich am Flussufer sehr gut aushalten, weshalb hier besonders im Sommer eine sehr lebhafte, aber dennoch gemütliche Atmosphäre herrscht. Künstler und Straßenmusiker, die vor allem am Ostufer des Flusses anzutreffen sind, tragen ihren Teil dazu bei. Ein Besuch des Kamo-gawa darf also bei keiner Kyōto-Reise fehlen.

Der Fluß Kamogawa in Kyoto
Am Kamogawa kann man den Tag super ausklingen lassen. (c) Kerstin Drews

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