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Trailrunning in Japan: Durch Wälder und über Berge laufen

Sina Arauner
Sina Arauner

Durch Japans Wälder und über Berge winden sich zahlreiche Pfade, die früher zum Reisen, Handeln oder um Pilgerstätten zu besuchen genutzt wurden. Heute betreiben Läufer auf diesen Trailrunning – sei es in der Freizeit oder bei kompetitiven Rennen.

Mann rennt auf einem Pfad durch den Wald

Die Natur gilt in Japan nicht nur als Erholungsstätte vom hektischen Alltag, etwa beim Waldbaden. Sie ist auch die Austragungsstätte einer in Japan immer beliebter werdenden Aktivität: dem Trailrunning.

Zur Förderung der körperlichen Fitness zählt Laufen weltweit zu den  beliebtesten Sportarten. In Japan wuchs das Interesse am Laufen als Freizeitaktivität seit der Einführung des 10 km langen Tokyo Marathon 2007 massiv. Doch gerade im Sommer, wenn es in den Städten brütend heiß wird und die Hitze ungnädig auf den Asphalt sengt, sind Wald- und Bergpfade in der japanischen Natur eine wachsende Alternative – die nicht nur Freizeitläufe, sondern auch kompetitive Rennen hervorbringt. Noch 2013 beschrieb der Läufer Iwasa Koichi in einem Interview die Trailrunning-Szene mit viel Potenzial. Zahlreiche Langstreckenläufer hätten einen Hintergrund im Bergsteigen oder im Marathon-Laufen. Doch inzwischen ist es insbesondere in den Bergen und Wäldern rund um urbane Gebiete keine Seltenheit mehr, einem Trailrunner oder gar einer ganzen Gruppe dieser zu begegnen.

Gemütlich oder kompetitiv: Trailrunning als soziale Aktivität

Das Laufen an sich ist in Japan aus zwei großen Gründen sehr beliebt: Um der Gesundheit Willen und um gemeinschaftlich aktiv zu sein. Auch im Trailrunning – das man sehr wohl alleine betreiben kann – ist die gesellschaftliche Komponente ein wichtiger Faktor. Während zu Beginn der Verbreitung dieser Sportart in Japan Rennen hauptsächlich lokal organisiert wurden, sodass jeder jeden kannte, gibt es heute zahlreiche Wettbewerbe in Japan, die nicht nur Sportler aus dem ganzen Land, sondern auch internationale Läufer anziehen.

[Video] Beim Ultratrail Mount Fuji (165 km Distanz, 7942 Höhenmeter, 46 Stunden) gehen Teilnehmer an ihre körperlichen und mentalen Grenzen.

Insbesondere bei organisierten Läufen sind die lokalen Gemeinden stark involviert: Bei Ess- und Trinkstationen entlang der Strecken bieten sie Snacks und Erfrischungen an. In einem persönlichen Erfahrungsbericht erzählt Autorin Hannah Kirshner von älteren Damen, die von einer Einfahrt aus den Läufern Doughnut Holes und das süße Getränk Amazake aus fermentiertem Reis anboten.

Auch ohne den Wettbewerbscharakter eines Rennens gibt es viele Möglichkeiten, in Japan an organisierten Trailruns (oder Trailrunning-Kursen) teilzunehmen und mit anderen Outdoor-Enthusiasten die japanische Natur zu genießen. Laut Trailrunner Iino Wataru sind die saisonalen Charakteristika der Natur in Japan einer der Gründe für die Beliebtheit des Trailrunning – denn zu jeder Jahreszeit zeigt sich Japan von einer anderen Seite.

Beliebte Trailrunning-Ziele in Japan

Hakone (Kanagawa)

Von Tōkyō aus ist Hakone mit öffentlichen Verkehrsmitteln in etwa 1,5 bis 2 Stunden zu erreichen. Hakone ist von Japans Hauptstadt aus ein beliebtes Ziel für Tages- oder Wochenendausflüge und ist auch unter Trailrunnern ein Favorit. Die Gegend bietet (neben zahlreichen Onsen, in denen man nach einem Lauf relaxen kann, und der Sicht auf den Fuji) eine Vielzahl an möglichen Routen, die für jeden Geschmack etwas bieten.

Waldpfad auf einen Berg mit Holzstufen
© Guilhelm Vellut / flickr CC BY 2.0

Hakuba (Nagano)

Auf Waldpfaden durch die japanischen Alpen laufen – in Hakuba (ein beliebtes Wintersportgebiet Japans) ist das möglich. In Minegata kehren Bäume und Gräser in inzwischen nicht mehr genutzte Skigebiete zurück. Viele der Pfade wurden vor den Olympischen Winterspielen in Nagano 1998 zum Skilanglauf benutzt, heute jedoch finden sich meistens Trailrunner oder Mountainbiker auf ihnen.

Tanzawa (Kanagawa)

Eine beliebte Route verläuft über den Grat der Tanzawa-Bergkette. Die Berggipfel sind über verschiedene Wanderwege verbunden, die mehr oder weniger anspruchsvolles Trailrunning versprechen, aber oft auch das vorsichtige Bergsteigen mithilfe am Weg angebrachter Seile erfordern. Vom Gipfel des Bergs Tō aus belohnt das 360-Grad-Panorama den drei- bis vierstündigen Aufstieg. Der Weg zurück ins Tal führt herausfordernd stetig bergab, jedoch vorbei an einige Berghütten und Teehäusern.

Hakusan (Ishikawa)

Der Hakusan zählt neben dem Fuji und dem Tateyama zu den drei Heiligsten Bergen Japans. Jedes Jahr findet dort der Hakusan Geotrail statt: In sieben Tagen gilt es 250 km Distanz und 15.000 Höhenmeter zu überwinden. Jedoch auch für etwas legerere Läufer ist der Berg ein beliebtes Ziel. Neben zwei unterschiedlich steilen Wanderrouten führt auch ein ausgeschildeter Running-Pfad durch den grünen Wald den Berg hinauf. Mit einer Auf- und Abstiegsdauer von etwa zwei Stunden ist der Hakusan ideal für einen entspannten Tagesausflug von Tōkyō aus geeignet.  

 

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