Etajima ist von Hiroshima Port aus bequem mit der Fähre oder auf dem Landweg über die Hayase-Ōhashi-Brücke erreichbar und spielte eine bedeutende Rolle in der japanischen Marinegeschichte. Die Insel ist Sitz der Akademie, an der Kadetten und Offiziere für die Japan Maritime Self-Defense Force (JMSDF) ausgebildet werden. Die Akademie zog 1888 von Tōkyō hierher, da man davon ausging, dass sich die Kadetten fernab der Versuchungen der Hauptstadt stärker auf ihr Studium konzentrieren würden. Heute bietet die Insel zudem eine Vielzahl an Freizeit- und Erholungsaktivitäten, darunter Radfahren, Wandern, Bootsausflüge und praktische Mitmachangebote.

Etajima-sou: Für Ihren ultimativen Aufenthalt am Meer

Direkt an einem ruhigen Strand gelegen und mit einem atemberaubenden Blick auf das Meer durch seine Panoramafenster verbindet Etajima-sou das Beste traditioneller japanischer Gastfreundschaft mit modernem Luxus. Jedes Detail des Onsen-Hotels wurde sorgfältig darauf ausgelegt, Besuchern die natürliche Schönheit des Seto-Binnenmeeres nahezubringen, während es seit seiner Eröffnung im Jahr 2022 zugleich eng mit der lokalen Gemeinschaft verbunden bleibt.
„90 Prozent unserer Mitarbeitenden sind Einheimische aus Etajima. Sie reichen von 18-Jährigen, die gerade die Highschool abgeschlossen haben, bis hin zu Menschen in ihren Siebzigern“, sagt Executive Manager Yuki Takemoto. Der Stolz und die Freude des Personals bei der Begrüßung der Gäste sind deutlich spürbar, zudem steht internationalen Besuchern eine umfassende zweisprachige Betreuung zur Verfügung.

„In den wärmeren Monaten können Sie direkt vor unserem Hotel SUP (Stand-up-Paddling) ausprobieren, und von Mai bis September lassen sich umihotaru (Meeresleuchtkäfer) beobachten, die bei Bewegung im Meer ein wunderschönes bläulich-weißes Leuchten abgeben“, sagt Takemoto. Das Personal unterstützt Gäste während ihres Aufenthalts auch gern bei der Organisation weiterer Aktivitäten.
Entspannung ist ein zentraler Bestandteil des Etajima-sō-Erlebnisses. Den Gästen stehen mehrere Innen- und Außen-Onsen zur Auswahl, darunter auch Bäder zur privaten Nutzung. Zusätzlich gibt es neben dem Haupthotel einen Spa-Bereich, der auch Tagesbesuchern offensteht. Unter der Leitung eines in Frankreich ausgebildeten Küchenchefs setzt die Küche des Etajima-sō auf regionale Zutaten wie Austern, Miesmuscheln, Oliven, Gemüse, Zitrusfrüchte und Wildschwein und stellt so sicher, dass die Gäste stets mit den besten Produkten der jeweiligen Saison speisen.

Um Etajima-sō vom Bahnhof Hiroshima aus zu erreichen, nehmen Sie einen Bus oder eine Straßenbahn zum Hafen Hiroshima und steigen dort in eine Fähre der Seto Inland Sea Line mit Ziel Nomi Port. Steigen Sie am Hafen Nakamichi aus; von dort sind es etwa zwölf Minuten zu Fuß bis zum Hotel. Ein Abholservice ist nach vorheriger Anmeldung ebenfalls verfügbar.
Papierstoff: Eine Tradition, durch die Zeit gewebt

Shifu (Papiergewebe) wird aus Fäden traditionellen japanischen washi-Papiers gewebt, und sein fein strukturiertes Gittermuster ist besonders als Wandverkleidung geschätzt. Dieses strapazierfähige und zugleich leichte Papiergewebe nimmt Feuchtigkeit auf, was es ideal für Japans wechselhaftes Klima macht, und kann bei richtiger Pflege mehr als 30 Jahre halten.
Dekorative shifu-Paneele der lokalen Firma Tsushima Textiles schmücken die Innenräume jedes Gästezimmers im Etajima-sō. Besucher können bei einer Führung durch die Fabrik mehr über diese besondere Handwerkskunst erfahren.

Die Geschichte des shifu auf Etajima reicht mehrere hundert Jahre zurück, und einst gab es auf der Insel zahlreiche Manufakturen. Nachdem die Produktion um 1800 ihren Höhepunkt erreicht hatte, ging sie jedoch zurück, da moderne Technologien die arbeitsintensiven Herstellungsverfahren verdrängten. Heute ist Tsushima Textiles der einzige Produzent auf Etajima und eines von nur zwei Unternehmen in ganz Japan, die shifu noch auf traditionelle Weise herstellen. Tsushima begann die Produktion im Jahr 1890 und wird heute von Hisato Tsushima geführt, der die fünfte Generation seiner Familie an der Spitze des Unternehmens ist.

„Während unserer Führungen zeigen wir den Besuchern zunächst die Fabrik und bringen sie anschließend in unseren Showroom, wo sie die fertigen shifu-Tapeten und andere Produkte sehen können. Unser Ziel ist es, die Aktivitäten zur Förderung unseres shifu landesweit sowie bei Menschen auf der ganzen Welt auszubauen“, sagt Tsushima.
Guter Geschmack: Agrartourismus mit Oliven

Im Gegensatz zur Tradition der Papierweberei ist der Olivenanbau eine sehr neue Ergänzung für Etajima. Obwohl die Region ursprünglich ein Zentrum der Landwirtschaft war, führten eine alternde Bevölkerung und die Abwanderung vieler junger Menschen in größere Städte zu einer Zunahme brachliegender Ackerflächen. Das Klima des Seto-Binnenmeeres ist ideal für den Olivenanbau, und im Jahr 2011 wurde eine Initiative ins Leben gerufen, um den Anbau von Oliven als Spezialprodukt zu fördern.
Angezogen von den Möglichkeiten und dem Lebensstil zog Ryōhei Mineo von der Firma Setouchi Itonamisha im Jahr 2016 aus der Präfektur Kanagawa nach Etajima. Er schloss sich einem von der Stadt Etajima rekrutierten Team zur regionalen Wiederbelebung an. Mineo baut Oliven an und betreibt eine Einrichtung namens „Olive Labo Etajima“, in der Besucher alle Aspekte der Olivenproduktion kennenlernen können.

„Wir bewirtschaften insgesamt 350 Olivenbäume an sechs Standorten auf Etajima. Neben unseren eigenen Früchten kaufen wir auch Oliven von kleinbäuerlichen ‚Bürgerfarmern‘ an und produzieren sowie verkaufen daraus Olivenöl und frische Tafeloliven sowie Oliventees, die aus den Blättern hergestellt werden“, erklärt Mineo.
Mineo engagiert sich zudem für den Ausbau des lokalen Agrartourismus, darunter Führungen durch die Olivenhaine, Workshops zum Binden von Olivenzweig-Kränzen und Olivenöl-Verkostungen. Er reiste nach Italien, um sich mit Olivenanbau zu beschäftigen, und ist als Olivenölverkoster bei der Mediterranean Olive Oil Tasters Association zertifiziert.
„Bei der Verkostung können die Teilnehmenden das hier auf Etajima produzierte native Olivenöl extra mit industriell hergestelltem Olivenöl vergleichen, und wir geben Anregungen, wie sich Olivenöl mit der japanischen Küche kombinieren lässt“, sagt Mineo, der hofft, dass Oliven zur weiteren Belebung dieser schönen Region beitragen, die er inzwischen sein Zuhause nennt.
Schöne Natur, vielfältige Freizeitmöglichkeiten, faszinierende Traditionen und einige der herzlichsten Menschen, denen man begegnen kann: Wenn Sie eine Reise nach Hiroshima planen, warum nicht auch einen erholsamen Aufenthalt auf Etajima einplanen?
Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Englisch bei All About Japan veröffentlicht und von JAPANDIGEST übersetzt und nachbearbeitet.










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