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Bereits überall in Tōkyō zu sehen: Die Logos der Olympischen Spiele. ©Janz

NEWS | Expertenrunde: Kosten für Olympia 2020 können gesenkt werden

Experten unterbreiteten am 1. November 2016 Pläne zur Senkung der Kosten für die Olympiade. Diese sollen vor allem über eine Verlegung baulicher Maßnahmen sowie eine Nutzung bestehender Infrastruktur erreicht werden.

Nach anhaltender Kritik an den explodierenden Kosten der Olympischen Spiele, die 2020 in Tōkyō ausgetragen werden, hat am 1. November eine Expertenrunde (chōsa chīmu 調査チーム) ihre Vorschläge zur Senkung der Kosten vorgestellt. Die Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft waren von der Gouverneurin der Stadtpräfektur Tōkyō, Koike Yuriko 小池百合子, eingesetzt worden.

Gegenstand der Kritik der letzten Wochen war insbesondere eine Ruder- und Kanu-Anlage, die im Hafengebiet Tōkyōs errichtet werden soll. Deren ursprünglich veranschlagte Kosten waren um das Siebenfache auf 43 Mrd. Yen (etwa 380 Mio. Euro) gestiegen. Alternativ könnte eine bestehende Anlage in Naganuma 長沼, das rund 400 km nördlich der Hauptstadt in der Präfektur Miyagi 宮城県 liegt, für 15 bis 20 Mrd. Yen (etwa 100 Mio. Euro) ausgebaut werden.

Kosten senken und Infrastruktur fördern

Die Küstenregion im Nordosten war im März 2011 durch Erdbeben und Tsunami stark verwüstet worden. Baumaßnahmen und eine öffentliche Aufwertung durch die Olympischen Spiele würden den weiteren Wiederaufbau der Region fördern, so die Experten. Dieses Argument richtet sich implizit an jene Kritiker, die vor allem bemängelt hatten, dass die ursprünglich für Tōkyō geplante Anlage nicht nachhaltig geplant sei, da sie nach den Spielen keinen Zweck mehr erfüllen werde.

Desweiteren schlugen die Experten vor, keine neuen Anlagen für die Wettbewerbe im Schwimmen und im Volleyball zu bauen, sondern auf bereits bestehende Spielstätten auszuweichen. Auch eine Reduzierung der Zuschauerplätze in geplanten Anlagen könnte die Kosten erheblich senken.

Umsetzung muss noch geklärt werden

Die Experten rechneten in ihrer Analyse vor, dass die Gesamtkosten für die Olympischen Spiele in Tōkyō 2020 die Marke von drei Billionen Yen (etwa 870 Mio. Euro) übersteigen könnten, wenn keine drastischen Einsparungen vorgenommen werden. Gouverneurin Koike wird die Ergebnisse und Vorschläge der Expertenrunde im Laufe der kommenden Woche mit Vertretern des Olympischen Komitees besprechen.

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