Ramen
Diese Nudelsuppe erobert die Welt. ©City Foodsters / Flickr

Rāmen: Diese 4 Nudelsuppen haben es in sich

Rāmen, die durch ihre satt-gelbe Farbe hervorstechen, werden auch Nudeln im chinesischen Stil genannt. Die verschiedenen Grundbrühen und sättigenden Beilagen machen aus Rāmen eine schnelle, warme und preiswerte Mahlzeit.

Ursprünglich stammen Rāmen aus der chinesischen Küche und verbreiteten sich ab dem 19. Jahrhundert in Japan. Nach dem zweiten Weltkrieg eröffneten im ganzen Land Schnellimbisse (Yatai 屋台), die bis heute für wenig Geld unter anderem Rāmen anbieten. Mittlerweile sind Rāmen trotz ihres chinesischen Ursprungs als japanische Mahlzeit weltweit mindestens genauso bekannt wie Sushi.

Rāmen werden aus Weizenmehl, Salz und Wasser hergestellt und besitzen auch nach dem Kochen im Gegensatz zu Udon 饂飩 oder Soba 蕎麦 eine wellige Form. Die bezeichnende gelbe Farbe stammt ursprünglich vom – zur Produktion verwendeten – Wasser des Kan-Sees der Inneren Mongolei.

Heute werden allerdings zumeist künstlich erzeugtes Kansui 鹹水 oder Eier zur Herstellung verwendet. Unterschieden werden Rāmen in vier Grundtypen: Namamen 生麺 (frisch), Mushimen 蒸麺 (gedämpft), Kansōmen 乾燥麺 (getrocknet) und Insutanto Rāmen インスタントラーメン (Instant).

Verschiedene Brühen als Grundlage

Neben den Nudeln besteht ein vollständiges Rāmen-Gericht aus einer geschmackgebenden Grundbrühe. Dabei sind 4 Klassiker besonders beliebt.

Shōyu 醤油

Shōyu-Rāmen werden in einer klaren, leicht bräunlichen Brühe auf Sojasaucen-Basis serviert. Diese Variante ist auf Honshū, der größten japanischen Insel, sehr populär.

Ramen ShoyuShōyu-Rāmen zusammen mit Kamaboko, Chāshu und Menma. © clasico / photo AC

Miso 味噌

Grundlage von Miso-Rāmen ist die feste, aus Sojabohnen hergestellte Miso-Paste. Besonders in den Wintermonaten sind Miso-Rāmen eine wärmende und herzhafte Mahlzeit. Sie stammt ursprünglich aus dem Norden Japans: aus Hokkaidō, wo die Winter lang und vor allem sehr kalt sind.

Miso RamenMiso-Rāmen werden gerne mit Schweinefleisch und Nori gegessen. ©はなたれ君 / photo AC

Shio

Shio-Rāmen sind schlicht und werden durch ihre namens- und geschmackgebende Zutat Meeressalz bestimmt. Die in klarer, leichter Brühe aus Meeresfrüchten oder Fisch getauchten Rāmen werden besonders in Hakodate gern gegessen und sind am ehesten mit dem chinesischen Original vergleichbar.

Ramen chashuShio-Rāmen als sättigende Mahlzeit mit Chāshu, Menma und Ei. © sorara / photo AC

Tonkotsu 豚骨

Die intensive Brühe der Tonkotsu-Rāmen wird aus Schweineknochen hergestellt. Dazu werden diese solange ausgekocht, bis ein weißlicher, trüber Sud entsteht. Tonkotsu-Rāmen werden auf der südlicheren Inseln Kyūshū bevorzugt, wobei die Brühe durch den hohen Zubereitungsaufwand selten selbst hergestellt, sondern oft im Rāmen-ya genossen wird.

Tonkotsu-Rāmen werden mit Fleisch und Negi zu einem deftigen Mittagessen. © NANNAN / photo AC

Vier beliebte Beilagen

Neben den Grundbrühen bestimmen vor allem die verschiedenen Beilagen die regionalen Unterschiede. Grundsätzlich ist alles möglich: ob vegetarisch, mit Schweinefleisch oder Meeresfrüchten. Häufig gewählte Beilagen sind:

Chāshu 叉焼: Chāshu ist sehr fettiges Schweinefleisch, das geschmort, gedünstet oder gegrillt wird. Nach der Zubereitung wird es in feine Scheiben geschnitten und auf die bereits in Schüsseln gefüllte Suppe mit Rāmen gegeben.

Menma 麺麻: Menma sind fermentierte Bambussprossen mit salzigem Geschmack. Die Sprossen werden zur Fermentation zum Beispiel in die Sonne gelegt.

Negi ねぎ: In Ringe geschnittene grüne Zwiebeln werden als Negi bezeichnet. Sie sind nicht nur bei Rāmen eine beliebte und fast selbstverständliche Beilage.

Kamaboko 蒲鉾: Kamaboko, das schon seit dem 14. Jahrhundert hergestellt wird, ist fein püriertes und dann zu halbzylindrischen Stangen gepresstes Fischfleisch (meist Alaska-Seelachs). Kamaboko mit einem weißen oder roten Rand werden heute oft bei Festen, wie zum Beispiel Hochzeiten, serviert.

RamenKamaboko mit rotem Rand wird auch zu anderen Gerichten gerne als Beilage gereicht. © チョコクロ/ photo AC

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